Wie entsteht eine Depression?

Psychosoziale Seite

Zum einen können das Verhalten und die psychosoziale Situation betrachtet werden, d.h. Lebenserfahrungen, Kommunikation mit Mitmenschen, die gesamte Lebenssituation und Biografie. Oft finden sich hier Faktoren wie Traumatisierungen oder Missbrauchserlebnisse in frühen Lebensphasen, die das Risiko, später zu erkranken, erhöhen. In der Medizin/Psychologie werden Begriffe wie Vulnerabilität, Anfälligkeit oder erworbene Veranlagung gebraucht.

Weiter finden sich oft Auslöser, wie aktuelle Verlusterlebnisse und/oder Überlastungssituationen. Aber auch positive Lebensveränderungen (ein Wohnungswechsel oder eine bestandene Prüfung beispielsweise) können Auslöser einer depressiven Episode sein. Depressive Episoden können aber auch ohne erkennbare äußere Auslöser auftreten. Durch eine Psychotherapie kann geholfen werden.

Foto „Mach dich frei!“, Sandra Heilig (Fotowettbewerb 2013)
„Mach dich frei!“, Sandra Heilig (Fotowettbewerb 2013)

„Meine erste Depression kann ich erst im Nachhinein als solche einstufen. Ich wusste wenig über die Krankheit, es ging mir nur miserabel. Heute würde ich sagen, massive Verlusterlebnisse waren der Auslöser. Da war die für mich sehr schmerzhafte Trennung von meinem Mann. Ich zog von dem bisherigen gemeinsamen Wohnort in die Nähe meiner Arbeitsstelle. Ich hatte viele Jahre ein sehr freundschaftliches, gutes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber und seiner Familie. Zwei Monate nach meinem Umzug verstarb plötzlich mein Chef und ein Monat darauf sein kleiner Sohn. Nach vier Monaten wurde die Firma geschlossen und ich war erstmals in meinem Leben arbeitslos, was für mich neben der finanziellen Einbuße einen Makel bedeutete.“

Quelle: Elfriede I.