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Teilprojekt 4

Wirkmechanismen antidepressiver Therapien

Wie wirken antidepressive Medikamente biologisch? Diese Frage stellen sich die Forscher des Teilprojekts und gehen ihr u.a. mit molekularbiologischen Methoden nach. Die Suche nach den Wirkmechanismen antidepressiver Therapien soll neue Interventionspunkte für antidepressive Behandlungen aufspüren und einen gezielteren Einsatz solcher Behandlungen erreichen. Zwei Punkte sind besonders vielversprechend: Die Signaltransduktion in der Zelle bei verschiedenen antidepressiven Therapieverfahren und die ursächliche Rolle einer gestörten Stresshormonregulation beim Entstehen einer Depression. Die Ergebnisse, die im Rahmen dieser und anderer Projekte gewonnen werden, sollen der pharmazeutischen Industrie Anregungen für die Entwicklung neuartiger Klassen von Antidepressiva liefern.



Subprojekt 4.2 - Biologische Wirkmechanismen der antidepressiven Therapie

Maßgeschneiderte Medikamente gegen Depressionen?

In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an einer depressiven Störung. Es ist schon lange bekannt, dass Depression mit einem Mangel der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn in Verbindung gebracht werden kann. Zwar lassen sich durch eine medikamentöse Erhöhung dieser Botenstoffe Depressionen in vielen Fällen erfolgreich behandeln, doch ist die Behandlung nicht immer zufriedenstellend. Die gewünschten antidepressiven Effekte treten erst nach Tagen bis Wochen auf und die Wirkung ist oft nicht genau abzusehen. Auch Patienten mit ähnlicher Symptomatik können völlig unterschiedlich auf die selben Medikamente ansprechen. Ein besseres Verständnis der Wirkweise von antidepressiven Arzneistoffen auf genetischer und zellulärere Ebene soll deshalb die Entwicklung von Medikamenten ermöglichen, die besser an die genetische Struktur des jeweiligen Patienten angepaßt sind.

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Kompetenznetzes "Depression - Suizidalität" wurden deshalb Untersuchungen zum Wirkmechanismus von Antidepressiva durchgeführt. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Brigitta Bondy an der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München erforschte den Einfluss von Antidepressiva auf die Genregulation der Neuronen im Gehirn. Um nicht an den Nervenzellen des Patienten arbeiten zu müssen, benutzen sie als Modelle Lymphozyten des depressiven Patienten. Das sind Zellen des Immunsystems, die in wichtigen Strukturen den Gehirnzellen sehr ähnlich sind. So haben sie die selben Rezeptoren für wichtige Botenstoffe des Nervensystems.

In Versuchen mit diesen Modell-Lymphozyten haben Prof. Bondy und ihre Mitarbeiter heraus gefunden, dass die verschiedenen Klassen von Antidepressiva unterschiedliche Wirkungen auf sog. Transkriptionsfaktoren im Gehirn haben. Diese Transkriptionsfaktoren aktivieren zahlreiche Gene, die daraufhin Neurotransmitter, Neuropeptide, Enzyme und andere wichtige Elemente für die Kommunikationsprozesse im Gehirn herstellen. Die antidepressiven Effekte sind von den Konzentrationen an diesen Botenstoffen im Gehirn abhängig.

Untersuchungen der Arbeitsgruppe von Prof. Bondy zeigten auch Verbindungen zwischen der genetischen Grundausstattung des Patienten und der Wirkung von Antidepressiva auf. So hatten manche Menschen eine (nicht krankhafte) Veränderung an dem Gen, das für die Produktion des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE) zuständig ist. Dieses Enzym ist maßgeblich an der Regulation des Blutdrucks beteiligt, kommt aber auch im Gehirn vor. Depressive Patienten, die eine Veränderung an diesem ACE-Gen haben, sprechen wesentlich langsamer auf eine Behandlung mit Antidepressiva an. Für die effektive und schnelle Wirkung von Antidepressiva könnte die Identifikation von solchen Risikogenen wichtig sein, um möglichst schnell eine angemessene Behandlung einleiten zu können.

Projektleiter

Prof. Dr. Brigitta Bondy
Psychiatrische Klinik der LMU München, Neurochemische Abteilung
Nußbaumstr. 7
80336 München
Tel.: 089-5160-2737
Fax: 089-5160-4741
E-Mail: Brigitta.Bondy@med.uni-muenchen.de
Internet: Homepage der Klinik für Psychiatrie München

Projektmitarbeit


PD Dr. Peter Zill
Psychiatrische Klinik der LMU München, Neurochemische Abteilung
Nußbaumstr. 7
80336 München
Tel.: 089-5160-2741
Fax: 089-5160-4741
E-Mail: Peter.Zill(at)med.uni-muenchen.de
Internet: Homepage der Klinik für Psychiatrie München

 

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Teilprojekt 4