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Auslöser

Wie entsteht eine Depression?

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Eine Depression hat selten eine einzige Ursache. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur Erkrankung. Diese möchten wir Ihnen hier näher erläutern.
Die Depression können wir sowohl von der körperlichen, biologischen Seite her als auch von der psychischen und psychosozialen Seite her erklären und behandeln. Wie bei den zwei Seiten einer Medaille ergänzen sich auch hier die beiden Betrachtungsweisen. Dies gilt im übrigen nicht nur für die Depression, sondern auch für andere Erkrankungen.

Abbildung 6: Zwei Seiten einer Medaille


Psychosoziale Aspekte:
Zu den psychosozialen Aspekten, die die Neigung depressiv zu erkranken (Vulnerabilität) verstärken können, zählen zurückliegende Traumatisierungen und negative Lebenserfahrungen. Psychosoziale Auslöser einer depressiven Episode können z.B. chronische Überlastungen oder Verlusterlebnisse sein. Dabei müssen diese Auslöser nicht unbedingt negativ sein: Auch scheinbar positive Ereignisse wie eine Beförderung oder eine bestandene Prüfung können Auslöser für eine Depression sein. Oft kommt es auch ohne einen eindeutig identifizierbaren Auslöser zu depressiven Episoden.

Auf der Seite der psychosozialen Aspekte kann therapeutisch mit der Psychotherapie eingegriffen werden.

Neurobiologische Aspekte:
Hier sind genetische Faktoren zu nennen – auch sie sind bedeutsam für die Neigung depressiv zu erkranken. Wie bei fast allen Erkrankungen sind genetische Einflüsse auch bei Depressionen gut belegt, ein einzelnes Depressionsgen gibt es allerdings nicht.
Neben den genetischen Faktoren spielen auch Botenstoffe im Gehirn (z.B. Serotonin und Noradrenalin) oder Stresshormone eine Rolle bei der Entstehung einer Depression.

Auf der Seite der neurobiologischen Aspekte kann mit Antidepressiva therapeutisch eingegriffen werden.

Cave:
Man sollte sehr vorsichtig damit sein, Depressionen nur als nachvollziehbare, verständliche Reaktion auf schwierige Lebensumstände aufzufassen. Schwere Schicksalsschläge verursachen zwar Trauer, gedrückte Stimmung und Befindlichkeitsstörungen, jedoch nicht zwangsläufig eine Depression. Tritt allerdings eine depressive Erkrankung auf, so muss sie konsequent behandelt werden.


Einschneidende Ereignisse

In einer Untersuchung hatte ein Drittel der depressiven Patienten vor ihrer Erkrankung ein belastendes oder zumindest einschneidendes Lebensereignis. Nach einem solchen Ereignis ist das Depressionsrisiko etwa ein halbes Jahr lang erhöht.

Ein belastendes Ereignis muss aber nicht zwangsweise zum Ausbruch einer Depression führen. Denn alle Menschen müssen in ihrem Leben Verluste und Trennungen erleiden, aber nicht jeder erkrankt. Insofern haben Ereignisse dieser Art in erster Linie eine auslösende Bedeutung. Einschneidende Lebensereignisse können zum Beispiel der Tod eines nahen Angehörigen, Partnerkonflikte, die Veränderung der Lebensverhältnisse und der sozialen Rolle (z.B. Berentung) oder chronische Überlastungssituationen sein.


Referenzen

(1) Kendler, K.S., Hetteman, J.M., Butera, F., Gardner, C.O., & Prescott, C.A. (2003). Life event dimensions of loss, humiliation, entrapment, and danger in the prediction of onsets of major depression and generalized anxiety. Archives of General Psychiatry, 60(8), 789-796.

(2) Paykel, E.S., Cooper, Z., Ramana, R., & Hayhurst, H. (1996). Life events, social support, and marital relationships in the outcome of severe depression. Psychological Medicine, 26(1), 121-133.


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